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Zeitschriften über die ehemaligen deutschen Ostgebiete: Noch zeitgemäß?

von redakteur

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Um die Erinnerungen an die alte Heimat im heutigen Polen wachzuhalten, haben verschiedene Landsmannschaften, die als eingetragene Vereine firmieren, nach dem zweiten Weltkrieg angefangen, Zeitschriften heraus zu geben, in denen Community News , historische und aktuelle Beiträge publiziert werden. Das sind Termine vom Treffen der Landsmannschaften, aufgearbeitete Geschichte, Begegnungen und Projekte zwischen Deutschen und Polen und natürlich Familienanzeigen. Erwähnt seien hier vier Print-Magazine: Die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ, früher Ostpreußenblatt), mit einer Reichweite von ca. 100 Tsd.Lesern (nicht zu verwechseln mit Abonnenten), herausgegeben von der Landsmannschaft Preussen e.V. mit Sitz in Hamburg ist das größte Presseorgan in diesem Segment. Die Zeitschrift erscheint wöchentlich, nicht nur im Abonnnement, sondern auch am Kiosk. Sie hat sich in den späten 90er Jahren umbenannt, um neue Zielgruppen zu erschließen. Auch der redaktionelle Teil fokussiert sich nicht mehr auf die ehemals deutschen Ost-Gebiete, sondern adressiert aktuelle Themen wie die Flüchtlingsthematik auf Basis einer „preußisch- wertkonservativen Berichterstattung“, so die Selbstauskunft. Wikipedia stuft sie als „neurechts“ ein, was die PAZ aber dementiert. Menschen mit einer eher rechten politischen Orientierung werden hier aber redaktionell mit Argumenten bedient. Das muß man nicht bei Wikipedia nachlesen, sondern kann sich selbst ein Bild davonneuigkeit_bild_linksmachen.
Das Memeler Dampfboot, eine Zeitschrift, die über das Memelland berichtet, hat ihren Sitz in Oldenburg genommen. Sie wird heute von der Druckerei Köhler + Bracht GmbH & co. KG gedruckt, Herausgeber ist die Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. Die Zeitschrift erscheint monatlich in einer Auflage von  3 Tsd. Stück. Die Zeitschrift ist auf Community News und historische Berichte fokussiert.
Die Heimatbrücke wird von der Kreisgemeinschaft Goldap Ostpreußen e.V.  heraus gegeben. Berichtet wird über den Kreis Goldap im ehemaligen Ostpreußen. Auch hier geht es um Gedenken an die alte Heimat. Dieser Heimatbrief wird vierteljährlich an ca. 1,5 Tsd. Abonnenten verschickt. Die Heimatbrücke ist eher als Liebhaberprojekt einzustufen denn als professionelle Zeitschrift.
Die Schlesischen Nachrichten werden von der Landsmannschaft Schlesien Nieder- und Oberschlesien e:V. in Königswinter herausgegeben. Sie erscheinen monatlich. Die Berichterstattung ist modern und aktuell. Der Online-Auftritt ist sehr ansprechend gestaltet. Es wird über das aktuelle Polen berichtet und z.B. Reisen dorthin vorgestellt. Die Schlesischen Nachrichten haben die Kehrtwende von der historischen Perspektive in die Gegenwart sehr gut und zeitgemäß hin bekommen. Deshalb hier die Linkempfehlung: http://www.landsmannschaft-schlesien.de.

Insgesamt ist zu konstatieren, dass die Zielgruppe derer, die sich für historische Geschichten aus der alten Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebeiten interessiert, immer kleiner wird. Wenn allerdings die Gegenwart und die Zukunft nicht vernachlässigt werden, wird die Thematik des Austausches mit den polnischen Nachbarn ihre Zielgruppe finden, nicht nur aus Nostalgie, sondern aus kulturellem und wirtschaftlichem Interesse. Aus den meistens doch sehr gestrig anmutenden Zeitschriften ragen die Schlesischen Nachrichten durch ihren modernen Charakter sehr angenehm hervor.

Diese Neuigkeit ist dem Themenbereich Alte Heimat zugeordnet.

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verfasst von: redakteur

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