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Schrei nach Freiheit

von Mareike Hinrichs

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Am vergangenen Sonntag wurde das politische Drama Schrei nach Freiheit – Cry Freedom im Fernsehen ausgestrahlt. Der Film handelt von der Geschichte Steve Bikos, gespielt von Denzel Washington und thematisiert seinen Kampf gegen das damalige Apartheid-System und das maßgeblich von ihm ins Leben gerufene Black Consciousness Movement in Südafrika. Stephen Bantu Biko wurde am 18. Dezember 1946 in einem Township bei King Williams Town in der Ostkap Provinz Südafrikas geboren und verbrachte dort den Großteil seiner Lebenszeit. Das Ziel der Black Consciousness Bewegung war die Erhöhung des Selbstbewusstseins der schwarzen Bevölkerungsmehrheit gegenüber der weißen Minderheit – getreu nach Bikos Motto „black is beautiful“. Mit seinen Ansichten war er ein starker Kritiker des Apartheid Regimes. Dieses belegte ihn 1973 mit einem Bann, der ihm verbot, seine Heimatstadt zu verlassen und mit mehr als einer Person gleichzeitig zu reden. Er wurde Tag und Nacht überwacht. Während dieser Zeit nahm Biko ein Fernstudium in Rechtswissenschaften auf, weil er sich mehr und mehr für Rechtsfragen interessierte. Im Gericht auf der Anklagebank, wo er sich mehrmals wiederfand, bot er den Richtern wortgewandt wie er war die Stirn. Als der Journalist Donald Woods (Kevin Kline) einen Artikel über ihn und die Bewegung in der Zeitung veröffentlichte und Biko dabei nicht gut aussehen ließ, tauchte Mamphela Ramphele, Bikos Freundin und Geliebte mitneuigkeit_bild_linksder er zwei Kinder hat, bei Woods im Büro auf. Ramphele sagte ihm, sie glaube zwar nicht, dass er ein schlechter Mensch sei, aber dass er schlichtweg falsch informiert sei. Sie forderte den Journalisten dazu auf, Steve Biko in King Williams Town zu besuchen und sich ein eigenes Bild von ihm und seinen Aktivitäten zu verschaffen. Woods tat so und war nachhaltig beeindruckt von Biko. Sie wurden Freunde und unterstützten sich und ihre Familien gegenseitig. Heute vor 38 Jahren, am 18. August 1977, wurde Biko auf dem Weg nach Kapstadt, wo er eine Rede bei einer Studentenversammlung halten wollte, von der Polizei aufgegriffen und verhaftet. Im Anschluss wurde er in ein Gefängnis bei Port Elizabeth eingesperrt. Bereits nach kurzer Zeit in Gefangenschaft wurde Biko am 11. September nackt und bewusstlos in einem Polizeiwagen in das mehr als 1000 Kilometer entfernte Pretoria gebracht. In der folgenden Nacht starb er an seinen Verletzungen im Gefängniskrankenhaus. Justizminister James Kruger behauptete zunächst, er sei an einem Hungerstreik gestorben, aber in Wirklichkeit wurde er von der Polizei gefoltert. So wie viele schwarze Südafrikaner vor und nach ihm, die sich als Anti-Apartheid Kämpfer engagierten. Im Abspann des Filmes werden diese Namen samt der angeblichen Todesursachen gezeigt. Donald Woods veröffentlichte 1987 das Buch Steve Biko – Stimme der Menschlichkeit. Dies erzählt die Geschichte seines Freundes und war Grundlage für die Verfilmung vonSchrei nach Freiheit. Um das Buch an die Öffentlichkeit bringen zu können, musste Woods mitsamt seiner Familie Südafrika verlassen und ist nach England ausgewandert. Er starb am 19. August 2001 in London an Krebs.

Den Trailer zum Film findet Ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=xWfvmymIVdU.
Die Beitragsbilder wurden der Seiten no.wikipedia.org und buzzsouthafrica.com entnommen.

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Über Mareike Hinrichs

Ich bin eine junge und motivierte Studentin der Uni Oldenburg und stehe kurz vor Abschluss meines Bachelors in den Fächern Sozialwissenschaften und Ökonomische Bildung. Anstatt diese Fächer später in der Schule zu unterrichten, strebe ich eine Karriere als Attaché im Auswärtigen Amt oder einer nahen internationalen Organisation an, die sich Entwicklungsarbeit zum Schwerpunkt gesetzt hat. Dieses Berufsziel erfordert nicht nur viel Engagement, Sprachkenntnisse und studienbezogene Leistungen, sondern vor allem Auslandserfahrung. Deshalb stand für mich fest, diese Erfahrung im Rahmen meines Studiums sammeln zu wollen. Aber warum in Südafrika? Die Frage wurde mir schon des Öfteren gestellt und kann im Prinzip ganz leicht beantwortet werden. Während meiner Abiturprüfungen im Jahr 2011 beschloss meine Oma mit ihren beiden Töchtern für einen Monat nach Südafrika zu reisen, um das Land kennenzulernen und meine Großtante nahe Kapstadt zu besuchen. Nach ihrer Rückkehr erzählten sie mir, meinem Papa und meinen zwei jüngeren Brüdern von all den Eindrücken, die sie während dieser Zeit gesammelt haben. Die Erzählungen und Bilder faszinierten mich. Als ich mein Studium im selben Jahr an der Uni Oldenburg begann, stand für ich fest: ein Auslandssemester in Südafrika soll es sein! Ich lernte im Rahmen des Buddy-Programms der Uni Oldenburg zwei südafrikanische Freundinnen kennen. Sie haben mich sehr zu einem Studium in Südafrika ermutigt und mich mit dem nötigen Wissen ausgestattet, was im Vorfeld eines solchen Aufenthaltes auf dem Plan stehen sollte. Ich versprach also, ihnen einen Gegenbesuch abzustatten. Die Partnerschaft mit der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) existiert seit 1998 und es sind schon viele Studierende vor mir nach Port Elizabeth (PE) gegangen, um die Studienzeit so gut wie möglich zu nutzen. Dafür, sich selbst und Menschen anderer Kulturen besser kennenzulernen und Erfahrungen über ein Leben im Ausland zu machen, die garantiert den eigenen Horizont erweitern. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Träumen heißt: durch den Horizont blicken.“ Alle, die sich nun angesprochen fühlen, finden hier weitere Informationen über die Uni und andere bestehende Partnerschaften: http://www.uni-oldenburg.de/index.php?id=21074. Während meines 6-monatigen Aufenthaltes im vergangenen Jahr hat sich Südafrika zu meiner zweiten Heimat entwickelt. Ich habe mir vorgenommen, noch mindestens einmal in dieses Land zurückzukehren. Und habe es geschafft! Im Rahmen des ICET Projektes der Uni Oldenburg (http://www.uni-oldenburg.de/wire/entrepreneurship/internationales/suedafrika/) arbeite ich zurzeit an einem Buch über Social Entrepreneurinnen aus Südafrika und Deutschland. Nebenbei werkel ich fleißig an meiner Bachelorarbeit, in der ich mich mit nachhaltigen Hausbauprojekten in den Townships Südafrikas beschäftige. Ein äußerst spannendes Thema, für welches ich Interviews mit Bewohnern des Walmer Townships in PE führen möchte. Bereits im letzten Jahr habe ich bei der Bildungsorganisation Masifunde Kinder und Jugendliche bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Masifunde wurde 2004 von einem deutschen, ehemaligen Studenten der NMMU gegründet und bedeutet „Lasst uns lernen“ auf isiXhosa, eine der 11 Landessprachen Südafrikas und die meistgesprochene Sprache in der Eastern Cape Provinz. Ich eignete mir hier und auch während eines Sprachkurses an der NMMU einige Grundlagen in dieser Sprache an, die nicht leicht erlernbare Klicklaute beinhaltet. Bereits das „X“ in Xhosa wird durch einen Klick ersetzt. Nach meiner Rückkehr hatte ich das Bedürfnis, meine Erlebnisse in Südafrika mit anderen zu teilen und die gemeinnützige Organisation weiterhin zu unterstützen. Ich trat der Regionalgruppe Masifunde Oldenburg bei, half bei Veranstaltung wie dem internationalen Sommerfest an der Uni und entwarf einen zweisprachigen Kalender über Südafrika für 2015. Darin kläre ich über die Arbeit der Bildungsorganisation auf und stelle das Land in all seinen Facetten dar. Ich nutzte meine kreative Ader und kreierte mit den Fotos vom ersten Aufenthalt mein erstes eigenes Projekt. Ich verkaufte den Kalender in Deutschland und PE und sammelte dadurch einen Spendenbeitrag für Masifunde. Von dem Geld habe ich kürzlich Schulmaterialien für die Kids des Homework Clubs besorgt, die ich ihnen zeitnah überreiche. Angestrebt wurde außerdem, dass mehr Menschen die Bedeutung von Unterstützung zur Förderung des enormen Potenzials der Menschen in vielen Regionen Afrikas erkennen und die leider noch häufig bestehenden Vorurteile aus dem Weg geschaffen werden. Das Land beeindruckt vor allem durch seine Geschichte, seine Menschen und deren Mentalität sowie seine abwechslungsreiche Landschaft - all dies ist unter verschiedenen Themen: u.a. Kultur, Tierwelt, Weingüter, Kapstadt und Nelson Mandela im Kalender enthalten. Auf der Rückseite zu jedem Monatsblatt sind die Orte, Personen und Gegenstände auf den Fotos beschrieben, damit man diese möglicherweise selbst entdecken kann. Seit Anfang 2013 bin ich beim Internationalen Institut für nachhaltiges Energiemanagement, Politik, Risiko und soziale Innovationen (INEP) tätig, welches seinen Sitz in Uetze nahe Hannover hat. INEP hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität auf unserem Globus mithilfe nachhaltiger Strategien zu verbessern. Ich arbeite dort an einem Bildungsprojekt für Frauen in Simbabwe mit und beschäftige mich in meiner Abschlussarbeit mit dem von Prof. Dr. Bernd Heins entwickelten African Sustainable House. Einem Low-Cost-Haus, welches beabsichtigt, die Situation der Bewohner aus den Townships zu verbessern. Auf diesem Blog werde ich Euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen und freue mich, wenn sich mehr Deutsche dazu entschließen, dieses beeindruckende Land zu besuchen. :)

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verfasst von: Mareike Hinrichs

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