Südafrika

< alle Inhalte zu Südafrika

Lobola, Umkhapho & Sangoma

von redakteur

neuigkeit_bild_rechts

Menschen und ihre Lebensstile sind oftmals von Grund auf verschieden. Ich möchte Euch in diesem Artikel einen kleinen Einblick in die Rituale der Xhosa-Kultur geben, der etwa 16 % der südafrikanischen Bevölkerung angehören und die damit nach den Zulu die zweitgrößte Gruppe stellt. Selbst wenn bestimmte Praktiken oder Rituale für uns Deutsche oftmals unverständlich, verrückt oder sogar anstößig klingen mögen, so haben sie doch ihre langjährige Tradition. Heutzutage werden einige dieser Praktiken oder auch Einstellungen revidiert oder neu interpretiert, aber viele sind noch bis heute erhalten geblieben. Oftmals ist es abhängig von der Herkunft und dem sozialen Umfeld, zu welchem Maße diese noch ausgelebt werde. Meiner Ansicht nach sollte niemand für kulturelle Praktiken verurteilt werden, solange diese nicht gegen den Willen einzelner Angehörige dieser Kultur durchgeführt werden. Für mich war und ist es noch immer sehr spannend zu erfahren, was sich hinter all diesen Begrifflichkeiten verbirgt. Ich berichte darüber aus dem Blickwinkel einer Person, die letztes Jahr sehr herzlich in die Familie meines Freundes aufgenommen wurde und nun mit jedem Tag mehr über ihre Kultur lernt. Seine Mutter gab mir den Namen ‚Simthandile‘, was auf Englisch ‚we loved you‘ bedeutet. Jeder Xhosa-Name hat eine Bedeutung. Zu einer frühen Phase der Beziehung ist ein solches Kennenlernen eher unüblich. Aus Respekt vor den Eltern findet die Vorstellung der Freundin inneuigkeit_bild_linksder Regel erst statt, wenn Heiratsabsichten bestehen. Auch der Austausch von Zärtlichkeiten vor den Eltern ist ein Tabu. Vom Mann wird erwartet, dass er der Familie der Braut eine nicht unerhebliche Summe zahlt, die Lobola, um diese heiraten zu dürfen. Die Höhe der Lobola richtet sich nach dem sozialen Status der Braut. Darüber muss der Mann in einer dreitägigen Zeremonie mit einem Onkel der Familie verhandeln. Auf die Gefahr hin, dass dieser den Betrag ablehnt, wenn er ihn als zu niedrig erachtet. Sollte er Erfolg haben, stößt er mit der Familie an und es wird gefeiert. Es folgt eine traditionelle und eine weiße Hochzeit. Eine ganz schön teure Angelegenheit also..

Mit Umkhapho ist ein Ritual beschrieben, welches die Verwandten zu Ehren ihrer verstorbenen Vorfahren durchführen. Dafür wird eine Opfergabe in Form einer Ziege oder eines Ochsen, abhängig vom sozialen Status des Verstorbenen, durchgeführt. Geglaubt wird, dass in einer solchen Zeremonie Kontakt mit den Ahnen aufgenommen und mit ihnen durch das gewählte Tier kommuniziert werden kann. Eine solche Zeremonie dient auch immer als Rahmen, sich von dem Familienmitglied zu verabschieden. Mir wurde erklärt, dass vor einer solchen Zeremonie alle Streitigkeiten in der Familie aus dem Weg geschafft werden müssen, also eine Versöhnung stattgefunden haben muss. Es kann also auch passieren, dass Umkhapho wiederholt wird, weil die Ahnen noch gewisse ‚Spannungen‘ in der Familie verspüren oder der Meinung sind, dass zu lange mit dem Ritual gewartet wurde. Dies teilen die Ahnen den Angehörigen durch die Reaktion des Tieres während der Zeremonie mit. Sollte das Tier keine Laute von sich geben, wenn es mit dem Speer gepiekt wird, so wird die Sangoma, eine traditionelle Heilerin, aufgesucht. Sie kann spirituellen Kontakt mit den Ahnen aufnehmen.

Ein wirklich empfehlenswerter Artikel ist hier zu finden: http://www.one.org/us/2015/06/12/humans-of-south-africa/

Diese Neuigkeit ist den Themenbereichen Nützliche Informationen & Wohnen & Leben zugeordnet.

Beitrag weiterempfehlen:

Schreibe einen Kommentar

verfasst von: redakteur

Kontaktiere redakteur per E-Mail: