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IT im Walmer Township

von Mareike Hinrichs

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Im Rahmen der diesjährigen Information Technologies in Environmental Engineering (ITEE) Konferenz in Port Elizabeth wurde mit Teilnehmer/innen aus Deutschland, Spanien, Ghana und Südafrika ausführlich über die Themen IT und Nachhaltigkeit diskutiert. Da ich mich derzeit in PE aufhalte und einer der Vorsitzenden der Konferenz Dozent an meiner Heimuniversität Oldenburg ist, half ich bei der Organisation tatkräftig mit. Es war das erste Mal, dass die Konferenz in Südafrika stattfand. So besonders, dass darüber in den südafrikanischen Nachrichten – auf SABC – zur Prime-Time berichtet wurde. Die Veranstaltung war aber nicht nur im Hinblick auf den Erfahrungsaustausch über nachhaltige Technologien ein voller Erfolg. Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützten außerdem in einer von uns organisierten Kunstauktion die Ziele einer sozialen Gründerin aus dem Walmer Township. Für die Auktion kauften wir im Vorfeld einige Gemälde und Keramikgegenstände von lokalen Künstlern und präsentierten diese Gegenstände am Abend des Gala Dinners. Die Versteigerung lief sehr gut und wir konnten umgerechnet einen Erlös 350 Euro für diesen guten Zweck sammeln. Mit dem Geld soll das Dach erneuert werden, Stühle und ein neuer Drucker angeschafft werde. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Computerkenntnisse von Kindern aus dem Walmer Township ab.

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Ins Leben gerufen wurde das Sikhanyise Computer Center von einer Lehrerin, die in dem Township aufgewachsen ist und den hohen Bedarf an Training mit Computern, gerade bei den jüngeren Kindern, gesehen hat. Der Name ist isiXhosa und bedeutet so viel wie „enlighten us – erleuchte uns“. Gegründet wurde das Projekt von Nilakhe Balani in 2013. Doch auch zuvor setzte sich Nilakhe für die Bildung der Kinder aus dem Township ein. Mittlerweile hat sie eine Blechhütte zu diesem Zweck umfunktioniert und mit ersten gespendeten Computern ausgestattet. Hilfe erhält sie durch freiwillige Helferinnen aus dem Township. Sie möchte diese Personen aber in Zukunft für ihre Arbeit entlohnen. Die Kurse finden täglich statt und werden durch die Eltern der Kinder mit R40 im Monat (entspricht umgerechnet 2,80 Euro) bezahlt, sodass der Leistung ein Wert beigemessen wird. Den Vier bis Sechsjährigen werden darin grundlegende Kenntnisse zur Benutzung von Maus und Keyboard spielerisch beigebracht und nebenbei lernen sie auch Nummern und die Buchstaben des Alphabets. Nilakhe strebt damit an, die Wissenslücke der sozial benachteiligten Kinder zu schließen. In der Zukunft möchte sie auch Kurse für Erwachsene geben. Gehemmt wird ihr Vorhaben lediglich durch das veraltete Equipment des Centers und der häufigen Stromausfälle im Township.

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Über Mareike Hinrichs

Ich bin eine junge und motivierte Studentin der Uni Oldenburg und stehe kurz vor Abschluss meines Bachelors in den Fächern Sozialwissenschaften und Ökonomische Bildung. Anstatt diese Fächer später in der Schule zu unterrichten, strebe ich eine Karriere als Attaché im Auswärtigen Amt oder einer nahen internationalen Organisation an, die sich Entwicklungsarbeit zum Schwerpunkt gesetzt hat. Dieses Berufsziel erfordert nicht nur viel Engagement, Sprachkenntnisse und studienbezogene Leistungen, sondern vor allem Auslandserfahrung. Deshalb stand für mich fest, diese Erfahrung im Rahmen meines Studiums sammeln zu wollen. Aber warum in Südafrika? Die Frage wurde mir schon des Öfteren gestellt und kann im Prinzip ganz leicht beantwortet werden. Während meiner Abiturprüfungen im Jahr 2011 beschloss meine Oma mit ihren beiden Töchtern für einen Monat nach Südafrika zu reisen, um das Land kennenzulernen und meine Großtante nahe Kapstadt zu besuchen. Nach ihrer Rückkehr erzählten sie mir, meinem Papa und meinen zwei jüngeren Brüdern von all den Eindrücken, die sie während dieser Zeit gesammelt haben. Die Erzählungen und Bilder faszinierten mich. Als ich mein Studium im selben Jahr an der Uni Oldenburg begann, stand für ich fest: ein Auslandssemester in Südafrika soll es sein! Ich lernte im Rahmen des Buddy-Programms der Uni Oldenburg zwei südafrikanische Freundinnen kennen. Sie haben mich sehr zu einem Studium in Südafrika ermutigt und mich mit dem nötigen Wissen ausgestattet, was im Vorfeld eines solchen Aufenthaltes auf dem Plan stehen sollte. Ich versprach also, ihnen einen Gegenbesuch abzustatten. Die Partnerschaft mit der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) existiert seit 1998 und es sind schon viele Studierende vor mir nach Port Elizabeth (PE) gegangen, um die Studienzeit so gut wie möglich zu nutzen. Dafür, sich selbst und Menschen anderer Kulturen besser kennenzulernen und Erfahrungen über ein Leben im Ausland zu machen, die garantiert den eigenen Horizont erweitern. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Träumen heißt: durch den Horizont blicken.“ Alle, die sich nun angesprochen fühlen, finden hier weitere Informationen über die Uni und andere bestehende Partnerschaften: http://www.uni-oldenburg.de/index.php?id=21074. Während meines 6-monatigen Aufenthaltes im vergangenen Jahr hat sich Südafrika zu meiner zweiten Heimat entwickelt. Ich habe mir vorgenommen, noch mindestens einmal in dieses Land zurückzukehren. Und habe es geschafft! Im Rahmen des ICET Projektes der Uni Oldenburg (http://www.uni-oldenburg.de/wire/entrepreneurship/internationales/suedafrika/) arbeite ich zurzeit an einem Buch über Social Entrepreneurinnen aus Südafrika und Deutschland. Nebenbei werkel ich fleißig an meiner Bachelorarbeit, in der ich mich mit nachhaltigen Hausbauprojekten in den Townships Südafrikas beschäftige. Ein äußerst spannendes Thema, für welches ich Interviews mit Bewohnern des Walmer Townships in PE führen möchte. Bereits im letzten Jahr habe ich bei der Bildungsorganisation Masifunde Kinder und Jugendliche bei ihren Hausaufgaben unterstützt. Masifunde wurde 2004 von einem deutschen, ehemaligen Studenten der NMMU gegründet und bedeutet „Lasst uns lernen“ auf isiXhosa, eine der 11 Landessprachen Südafrikas und die meistgesprochene Sprache in der Eastern Cape Provinz. Ich eignete mir hier und auch während eines Sprachkurses an der NMMU einige Grundlagen in dieser Sprache an, die nicht leicht erlernbare Klicklaute beinhaltet. Bereits das „X“ in Xhosa wird durch einen Klick ersetzt. Nach meiner Rückkehr hatte ich das Bedürfnis, meine Erlebnisse in Südafrika mit anderen zu teilen und die gemeinnützige Organisation weiterhin zu unterstützen. Ich trat der Regionalgruppe Masifunde Oldenburg bei, half bei Veranstaltung wie dem internationalen Sommerfest an der Uni und entwarf einen zweisprachigen Kalender über Südafrika für 2015. Darin kläre ich über die Arbeit der Bildungsorganisation auf und stelle das Land in all seinen Facetten dar. Ich nutzte meine kreative Ader und kreierte mit den Fotos vom ersten Aufenthalt mein erstes eigenes Projekt. Ich verkaufte den Kalender in Deutschland und PE und sammelte dadurch einen Spendenbeitrag für Masifunde. Von dem Geld habe ich kürzlich Schulmaterialien für die Kids des Homework Clubs besorgt, die ich ihnen zeitnah überreiche. Angestrebt wurde außerdem, dass mehr Menschen die Bedeutung von Unterstützung zur Förderung des enormen Potenzials der Menschen in vielen Regionen Afrikas erkennen und die leider noch häufig bestehenden Vorurteile aus dem Weg geschaffen werden. Das Land beeindruckt vor allem durch seine Geschichte, seine Menschen und deren Mentalität sowie seine abwechslungsreiche Landschaft - all dies ist unter verschiedenen Themen: u.a. Kultur, Tierwelt, Weingüter, Kapstadt und Nelson Mandela im Kalender enthalten. Auf der Rückseite zu jedem Monatsblatt sind die Orte, Personen und Gegenstände auf den Fotos beschrieben, damit man diese möglicherweise selbst entdecken kann. Seit Anfang 2013 bin ich beim Internationalen Institut für nachhaltiges Energiemanagement, Politik, Risiko und soziale Innovationen (INEP) tätig, welches seinen Sitz in Uetze nahe Hannover hat. INEP hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität auf unserem Globus mithilfe nachhaltiger Strategien zu verbessern. Ich arbeite dort an einem Bildungsprojekt für Frauen in Simbabwe mit und beschäftige mich in meiner Abschlussarbeit mit dem von Prof. Dr. Bernd Heins entwickelten African Sustainable House. Einem Low-Cost-Haus, welches beabsichtigt, die Situation der Bewohner aus den Townships zu verbessern. Auf diesem Blog werde ich Euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen und freue mich, wenn sich mehr Deutsche dazu entschließen, dieses beeindruckende Land zu besuchen. :)

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Ein Gedanke zu „IT im Walmer Township

  1. Hallo Mareike,
    habe soeben Deinen blogeintrag gelesen. Ich sehe, daß wirklich schon viel in den Townships getan wird, sogar schon für die ganz Kleinen. Sie lernen ja auch am schnellsten.
    Nun will ich Dir aber lieber eine Mail schreiben.
    LG Oma

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verfasst von: Mareike Hinrichs

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