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Gründergeist in Südafrika

von Mareike Hinrichs

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Wer noch nicht weiß, dass es sich bei Südafrika um eine Hochburg der guten Ideen handelt, der könnte sehr überrascht sein, über die vielen Aktivitäten in der Gründerszene zu erfahren. Zwar fehlt teilweise noch das Vertrauen in das große Potenzial, sowohl von ausländischen Investoren als auch von den Gründungsinteressierten selbst. Dies betrifft aber hauptsächlich den hochinnovativen Bereich, der sich mehr und mehr entwickelt. Sozialunternehmer und Sozialunternehmerinnen gibt es in Südafrika viele. Klein- und mittelständische Unternehmen sind in der Überzahl.

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Die Wirtschaftskraft Südafrikas wird durch gebildete Jungunternehmer und deren innovative Ideen. Mit der Gründung lokaler Unternehmen könnten die dringend benötigten Arbeitskräfte geschaffen werden. Die südafrikanische Regierung sorgt aktuell jedoch mit harten Auflagen und zu erfüllenden Quoten dafür, dass es diesen Personen unnötig schwer gemacht wird. Auch Projekte, die aus sozialem Engagement erwachsen sind, leiden unter bürokratischen Hindernissen dieser Art. Neben monatlich abzuliefernden Berichten und nicht erreichbaren Ansprechpartnern ist es in Südafrika extrem schwierig, Angestellte zu entlassen. Der Hintergrund dafür erscheint zunächst einleuchtend, aber die Konsequenzen daraus sind erheblich. Selbst wenn die Arbeitskräfte nicht zur Arbeit erscheinen, erfordert dieser Prozess viel Zeit, Aufwand und auch Kosten. Teilweise werden deshalb sogar externe Dienstleister in Anspruch genommen, um diese Angelegenheiten gegen Zahlung von monatlich hohen Geldbeträgen klären. Davon berichtete mir ein Gründerteam aus Port Elizabeth. Auch ist es verboten, die Angestellten nach Leistung und somit unterschiedlich zu entlohnen, um damit einen Ansporn für produktivere Arbeit zu generieren. Boni sind für viele südafrikanische Angestellte, besonders im Niedriglohnsektor, kein Begriff. Die Unterbezahlung vieler Jobs spielt ebenfalls eine große Rolle, wird aber oftmals mit folgender Begründung gerechtfertigt: Besser mehreren Personen einen Job verschaffen als dieArbeitslosigkeit in die Höhe zu treiben. Dies sehe ich sehr kritisch. Was meint Ihr?

Es ist angesichts dessen wünschenswert, dass die von der Regierung geschaffenen Regularien in Zukunft zugunsten solcher Aktivitäten geändert werden und sich im Gegenzug mehr Personen dazu entschließen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die südafrikanische Regierung hat zwar mittlerweile erkannt, dass gerade klein- und mittelständische Firmen förderungswürdig sind, aber es ist noch nicht viel als Reaktion darauf passiert. Ein Unternehmen in Südafrika zu führen, bedarf viel Hartnäckigkeit, ein effizientes Team und motivierte Mietarbeiter, denen faire Löhne gezahlt werden.

Als Reaktion auf einen Kommentar zum Unternehmertum, wo es um das Bild eines Gründers in der Gesellschaft ging, kann ich nur entgegnen: Ein gutes Klima für Gründungsideen entsteht dann, wenn ein großes Netzwerk und viel Unterstützung vorhanden ist. Und dies ist in Südafrika nur teilweise der Fall. Größere Städte wie Kapstadt, Johannesburg und Port Elizabeth sind da eher die Ausnahme. Ich bin bei meiner Recherche auf Institutionen wie „Seda“, „The Hope Factory“ oder „Activate!“ gestoßen, die sich alle aktiv für die Unterstützung von Gründungsinteressierten bzw. sog. „Change makers“ einsetzen. Je mehr Menschen über die Aktivitäten von Organisationen wie diesen erfahren, desto eher könnte auch das hohe Potenzial Südafrikas als Ideenhochburg im Ausland erkannt werden.

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verfasst von: Mareike Hinrichs

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