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Ein klarer Fall von Diskriminierung

von redakteur

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Wie ich vergangene Woche ansprach, wurde ich in meiner Zeit in Südafrika selbst Zeuge von einer Art von Diskriminierung, welche sich an der NMMU ereignete. Ich schreibe deshalb darüber, weil mich diese Erfahrung auch noch lange nach Ende meines Auslandssemester sehr beschäftigte und ich damals wenig Unterstützung von Seiten der Universität erhielt, die ich mir eigentlich erhofft hatte. Alle diejenigen, die mich persönlich kennen, wissen auch, dass ich bei Ungerechtigkeit nur schlecht ein Auge zudrücken kann… so auch hier. Es begann damit, dass wir für ein Modul im Bereich Wirtschaft einen Businessplan in Gruppenarbeit erstellen und dem Plenum präsentieren sollten. Dazu wurden wir Studierende von der Dozentin gebeten, einen ‚Dress Code‘ für den Vortrag einzuhalten, um die Situation möglichst realitätsnah zu gestalten. Prinzipiell verständlich, auch wenn es für mich natürlich auch schwierig war, ein solches Outfit auf die Schnelle zu besorgen. Am ersten Vortragstag waren wir dann auch direkt als zweite Gruppe dran. Nachdem wir unsere Geschäftsidee vorgestellt hatten, sind wir auf unsere Plätze zurückgekehrt und haben direkt im Anschluss den Businessplan samt einer Note von 83 % (das entspricht in unserem Notensystem einer 1,3) von der Dozentin erhalten. Als die nächste Gruppe nach vorne ging und gerade mit ihren Vortrag beginnen wollte, rief die Dozentin aus der letzten Reihe: Hey, was trägst du da für Schuhe? Mit denen kannst du nichtneuigkeit_bild_linkspräsentieren. Es handelte sich hier nicht um verratzte Sportschuhe, sondern um schicke Schuhe, aber eben keine Anzugsschuhe. Da die Studenten aus diesem Kurs mehr Respekt vor dieser Dozentin haben als ich es zu diesem Zeitpunkt als nötig einschätzte, suchte derjenige dann tatsächlich im Raum nach Schuhen, die er sich für den Vortrag ausborgen wollte. Als er dann seinen Blick schweifen ließ, fiel ihm wohl auf, dass einer meiner Gruppenmitglieder ebenfalls keine Anzugschuhe trug und wies die Dozentin darauf hin. Was danach folgte, kann ich leider noch immer noch nicht fassen: Die besagte Dozentin verlangte unser gerade zurückgegebenes Ausarbeitung zurück und zog uns allen nachträglich 10 Prozent von der Note ab. AUFGRUND DES KLEIDUNGSSTILS eines unserer Gruppenmitglieder! Nach Ende des Seminars bin ich, entrüstet über diese Aktion, nach vorne gegangen und habe die Dozentin damit konfrontiert, dass dies diskriminierend sei. Ergänzt habe ich, dass man nicht davon ausgehen kann, dass jeder dieser Studenten in diesem Raum solche Klamotten besäße und falls doch, sie diese auch mit Sicherheit getragen hätten. Später stellte sich auch heraus, dass es die schicksten Schuhe war, welche diese Person besaß. Die Antwort der Dozentin hat mich fassungslos gemacht… in ihrem Kurs würden ihre Regeln gelten und es gäbe keine Entschuldigung dafür, dagegen zu verstoßen. Ich habe den Raum mit offenem Mund und ohne ein weiteres Wort verlassen. Nach dem Vorfall habe ichzunächst das International Student Office nach einem Rat gebeten, was in dieser Situation angebracht sei zu unternehmen. Diese verwiesen mich dort auf den HOD (Head of Department) der Fakultät und gaben mir die Kontaktdaten mit der Bitte, zwei Personen aus dem International Student Office und selbstverständlich die Dozentin mit in CC zu setzen, wenn ich dort eine Mail hinschreibe. Meine Bemühungen blieben ohne Erfolg. Sogar die Unterstützung eines guten Freundes, der Studierende in solchen Anliegen hilft, hat dies nicht beeinflussen können. Der HOD ist im persönlichen Gespräch nicht auf das eigentliche Anliegen eingegangen und fragte mich dann auch noch ganz dreist: What shall I do – fire her? Die angebotene Diskussion der Note seitens der Dozentin fand nicht statt. Eine Begründung dafür wollte mir der HOD liefern: an der Nelson Mandela Metropolitan University sei es erlaubt, bei Nichteinhaltung eines bestimmten Kleidungsstils schlechter bewertet zu werden. Die Tatsache ignorierend, dass sich nicht alle Studierenden diese Klamotten leisten können, ist es meiner Ansicht nach ein erschreckender Fall von Diskriminierung an einer Universität, die sich mit dem Namen Nelson Mandelas schmückt. Dieser wäre sicher nicht darüber erfreut gewesen…

Diese Neuigkeit ist den Themenbereichen Arbeiten, Dienstleistungen & Wohnen & Leben zugeordnet.

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